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Gospel…und Soul, Liebe und Sozialismus

06/06/2010

Vor einigen Tagen musste ich bei dieser Nummer immer wieder die Zurück-Taste des Ipods betätigen. Das hat eine ganz besondere Qualität, ist da die göttliche Hand im Spiel? Über meinen Zugang zu Mariah Carey… lassen wir das.

Fast 20 Jahre ist es her, da durfte ich zum ersten Mal das folgende Stück hören und plötzlich war jeder Staub vom Wort “Gospel” gewichen. Jam&Lewis produzierten da die “Sounds of Blackness” – hört und staunt:

Und diese Grundbotschaft hat mich oft getragen. Hand aufs Herz. Echt. Klingt unglaublich seltsam in Zeiten wie diesen, in denen die katholische Kirche jetzt nicht sooo positiv besetzt ist.

Ausweg: Man denke bei Gospel halt an Al Green (4. Juli!!!), den Winans Clan und Ann Nesby, die frühere Leadsängerin der Sounds of Blackness:

Wer immer eine besondere Gabe zur Formulierung der wirklich wichtigen Zusammenhänge hatte: Reinhard Jellen!

Ich habe zum ersten Mal von ihm in einer Ö3 Musicbox-Sendung gehört. Die wurde dem Herrn Jellen vom wunderbaren Werner Geier überlassen, damit da eine Stunde lang über Soul, Sozialismus, Sex und Liebe schwadroniert werden konnte. Ganz nebenbei hat der Herr Jellen mir da ein Tor zu einer wunderbaren Welt eröffnet und meine musikalischen Vorlieben ein für alle mal einzementiert.

Zu jener Zeit schrieb Reinhard Jellen auch für das legendäre Soul Fanzine Heart& Soul, hier ein paar Scans der Titelseiten und das wunderbare DIY-”Layout”.

Spex urteilte im August 1989 (S. 19):

“Daß Soul irgendwie mit Gottesdienst zusammenhängt, wissen wir schon länger. Die Auswahl an dazugehörigen Bibeln und Gesangsbüchern blieb bisher trotzdem leidlich knapp – vor allem was deutschsprachige Publikationen angeht. Doch siehe da, aus heiterem Himmel kam Heart’n'Soul über uns: eine in der ersten Ausgabe vierzig Seiten starke Soul-Epistel, die diesen Namen auch wirklich verdient. Das Layout ist zwar kaum aufregender als die Innenseiten einer Gideonbibel, doch der Inhalt ist mit wahrhaft erleuchtetem Geist zusammengetragen.”

Später schrieb Jellen u.a. hier und aktuell immer noch – zum Beispiel im empfehlenswerten Mag “Uptown Strut” einen Artikel über Nina Simone.

Ein ziemlicher Bogen war das, aber wie sagt Jellen: “wenn Du mal gute Musik hörst und nicht weisst, was es ist – dann wird das schon Soul gewesen sein.” Oder so.

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