
Nachtrag: Al Green und die Seelenrettung
15/08/2010Ich muss noch etwas von Anfang Juli nachtragen, Ferien und Nachferienarbeit sind dazwischengekommen. Und das alles macht gar nichts, schliesslich ist man beim Soul ja nicht dem Tagesaktuellen verpflichtet. Eher der Ewigkeit.
Al Green. Wiener Staatsoper. 4.7.2010. Noch Fragen?
Was für ein Abend, die Vorfreude hatte sich schon über Wochen aufgebaut, dann hinein in die Staatsoper, die ja tatsächlich für schöne Musikmoment taugt…
Und als dann Allan Harris mit seiner Band als Vor-Act startet, kann es gar nicht mehr schlecht werden. Mit dieser Stimme und mit der Qualität seiner Band inkl. seinem eigenen Gitarrenspiel hat der auch L’Amour-Hatscher allererster Güte drauf. Die Ladies im Publikum danken es und auch alle anwesenden Buben finden das super. Verdienter Applaus.
Dann Umbaupause und das Fieber greift um sich. Nervöses Händereiben, Männer mittleren Alters mit seltsam aufgedrehter Mimik. Dann – Licht aus, Band an, ER tritt auf.
Und haut alle mit seiner – nein, nicht nur Stimme und Bühnenpräsenz, damit sowieso – unglaublichen Freude, Lockerheit und Fähigkeit, über sich selbst und den Kult um seine Person zu lachen, einfach um.
Und Kult ist wohl das richtige Wort. Wer einmal ein Erweckungserlebnis mit dem Reverend erlebt hat, weiss, wovon ich schreibe. Und selbst wenn es so entspannt passiert wie hier, in der Wiener Staatsoper, mit vielen roten Rosen für die Damen und lässigen Schweissspritzern für die Herren, spürt die Magie.
Und nimmt etwas davon mit nach Hause, für die Ewigkeit.
PS: Am nächsten Tag, am Weg in die Ferien haben wir dann den Reverend noch einmal am Flughafen getroffen. Und kein Foto gemacht, sondern ganz altmodisch um ein Autogramm gefragt. Hier ist es.